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Update November '22

2022-10-31

Meine Vision von Taso und die ersten Eindrücke der neuartigen Dienstplanung.

Was heisst schon optimal?

Unzählige Dienstplanungstools auf dem Markt werben damit, dass sie auf Knopfdruck optimale oder bestmögliche Dienstpläne generieren können. Bei Taso habe ich das früher auch geschrieben, aber ich bin davon abgekommen.

Die meisten Dienstplanungstools (inkl. Taso) berechnen optimale Dienstpläne über eine sogenannte Kostenfunktion. Angewendet auf einen Dienstplan liefert sie eine Zahl und je kleiner diese Zahl, desto besser der Dienstplan. Bei der Berechnung werden dann unzählige Dienstpläne durch die Kostenfunktion gejagt und miteinander verglichen. Schliesslich wird der Dienstplan mit der kleinsten Zahl als optimal bezeichnet. Bei einigen Tools ist die Kostenfunktion fix und bei anderen wird sie vom Hersteller kundenspezifisch programmiert. Bei Taso wird die Kostenfunktion dynamisch aus deinen Regeln zusammengesetzt.

Das klingt alles logisch. Aber die Sache hat einen Haken: Das Ganze steht und fällt damit, wie gut die Kostenfunktion gestaltet ist. Damit ein mathematisch optimaler Dienstplan auch in der Praxis brilliert, muss die Kostenfunktion das Bewertungsschema der Planerin oder des Planers möglichst exakt abbilden. Eine immense Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die Kostenfunktion alle Regeln auf eine einzige Zahl reduziert und zwangsweise allerlei implizite Kompromisse enthält.1

Ich habe lange versucht eine gute Kostenfunktion zu entwickeln, aber ich komme auf keinen grünen Zweig. Denn es fehlt der menschliche Faktor der Planerin oder des Planers. Dienstpläne sind ein Abbild unseres komplexen Privat- und Arbeitslebens und nur ein Mensch besitzt die erforderliche Empathie und das Fingerspitzengefühl, um einen optimalen Dienstplan für das Team produzieren zu können.

Ich glaube, es ist nicht möglich auf Knopfdruck einen optimalen Dienstplan zu generieren. Aber das ist auch gar nicht nötig. Das Kernproblem ist und bleibt, dass die Erstellung von Dienstplänen einfach unglaublich viel Zeit in Anspruch nimmt. Und das liegt daran, dass beim Ausfüllen viele Kriterien gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Damit ich ein Kriterium verbessern kann, muss ich die Dienstverteilung geschickt an verschiedenen Stellen anpassen. Mit anderen Worten: Damit mein Dienstplan im Kriterienraum eine bessere Position einnimmt, muss ich im Lösungsraum an die richtige Position navigieren. Diese Position zu finden ist für uns Menschen sehr schwierig und anstrengend, doch für einen Computer ist es machbar.

Wäre es nicht toll, wenn man als Mensch nur noch die Kriterien verfeinern müsste und die Lösungen einfach so entstehen?

Stand heute

Die Entwicklung der neuen Dienstplanung ist schon fortgeschritten. Ich rechne damit, dass die erste Version in wenigen Wochen verfügbar sein wird. Hier ein Screenshot wie es heute aussieht:

Screenshot%20Multi%20Criteria%20Search%202

Beschreibung: Der Screen ist in drei Bereiche unterteilt. Die Kriterienansicht oben erlaubt es die grosse Menge an Lösungen anhand von Kriterien in beliebiger Granularität zu filtern. In diesem Beispiel geht es um die maximale Wochenarbeitszeit. Die Kriterien werden aus den hinterlegten Bedingungen generiert. Rechts sind die Lösungen aufgelistet und unten ist die ausgewählte Lösung (10) sichtbar. Was man hier nicht sieht, aber noch wichtig ist: Es werden nur effiziente Lösungen angezeigt. Das bedeutet, es gibt keine Lösung die in allen Kriterien besser abschneidet. Jede Lösung ist ein Trade-Off.

Und hier noch ein kurzes Demo-Video dazu:


  1. Solche Kompromisse sind zum Beispiel schwierig in einer Kostenfunktion zu beschreiben:

    • Eine Person mit 60% Pensum sollte immer drei Tage pro Woche arbeiten. Einmal pro Monat können es schon vier Tage sein, aber sicher nicht fünf Tage. Wenn es nicht anders geht dann lieber zwei Mal vier Tage. Aber dann schauen wir vorher, ob wir jemanden vom Mitarbeiter-Pool bekommen.
    • Person X hat schon viel Überzeit angesammelt (nicht Überstunden), daher sollte sie für die restlichen Monate des Jahres weniger Schichten übernehmen.
    • Jede Person hat mindestens zwei Wochenenden frei. Aber Person X wünscht sich Anfang Monat ein paar Tage frei unter der Woche, deshalb muss sie mehr am Wochenende arbeiten.

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